Filippo Maria Galletti
Illustration — Pier Antonio Pazzi (Stecher) nach Giovanni Domenico Campiglia (Zeichner) nach dem Selbstbildnis Filippo Maria Gallettis in den Uffizien in Florenz Filippo Maria Galletti (* um 1636 in Florenz; † 23. Februar 1714 ebenda) war ein italienischer Maler und Ordensbruder der Theatiner. Er wirkte als Freskant und Altarbildmaler vorwiegend für seinen Orden an verschiedenen Orten in Mittel- und Norditalien.
Also recorded as Filippo Maria Galetti · Galletti · F.M. Galetti · Galetti
Filippo Maria Galletti

Filippo Maria Galletti · Giovanni Piccirillo (a cura di), La chiesa dei Santi Michele e Gaetano, Becocci Editore, Firenze 2006. sailko · Public domain
- Born
- 1636 · Florence.
- Died
- 1714 · Florence.
- Occupation
- painter
- Fields
- portrait
- Languages
- French
In this article
Leben
Filippo Maria Galletti wurde um 1636 in Florenz geboren. Seine Ausbildung erhielt er vermutlich in der Werkstatt des Vincenzo Dandini. Am 27. Mai 1663 trat er als Laienbruder in den römischen Theatinerkonvent San Silvestro in Capite ein. Im Jahr 1665 arbeitete er in Venedig, wo er mehrere heute nicht mehr erhaltene Werke für den Klosterkomplex von San Niccolò dei Tolentini ausführte, darunter ein Gemälde, das die Bestätigung der Ordensregel des Gaetano da Thiene durch Christus darstellt, ein Fresko, das die Speisung der Fünftausend zeigt, sowie vier Gemälde, die die göttliche Weisheit allegorisch darstellen. Die Arbeiten standen unter der Leitung des Ciro Ferri, der zu dieser Zeit in Bergamo dokumentiert ist. Ab 1672 war Galletti mehrfach in Parma tätig. Nach einem nicht identifizierten Gemälde des heiligen Liborius begann er gemeinsam mit dem Quadraturmaler Alessandro Baratta mit der Ausstattung der Kirche Santa Cristina. Dort malte er vor allem Szenen aus dem Leben des heiligen Kajetan von Thiene. Im Jahr 1684 folgten die als weniger qualitätvoll beschriebenen Gemälde für die Cappella del Crocifisso in San Quintino. Nach Arbeiten in Rovigo, von denen nur noch wenige erhalten sind, ist Galletti ab 1674 in Florenz nachweisbar, wo er sich in der Accademia delle Arti del Disegno einschrieb. Im selben Jahr entstand im Konvent von San Bartolomeo in Rovigo ein Zyklus von Fresken mit Szenen aus dem Leben des seligen Bernardo Tolomei. Eines dieser Werke, die Darstellung der Heilung der Pestkranken, ist datiert und mit Gallettis Initialen signiert. 1678 erhielt Galletti seinen bedeutendsten Auftrag in Florenz: das Kuppelfresko in der Kirche Santi Michele e Gaetano. Es zeigt, wie der heilige Kajetan von Thiene in der Glorie vom Erzengel Michael der Dreifaltigkeit empfohlen wird. Dort schuf er außerdem die Darstellungen der Tugenden in den Pendentifs sowie die Gewölbeausmalung der beiden Querschiffe mit der Verkündigung an die Heiligen Drei Könige und die Hirten sowie das Kreuz in der Glorie zwischen Engeln und Heiligen. Ferner malte er das Porträt des Agostino Coltellini für dessen Grabmonument. Die anonymen Büsten der Heiligen Mario und Maria für deren Reliquienurne werden ihm ebenfalls zugeschrieben. • Illustration — Filippo Maria Galletti: Der heilige Kajetan von Thiene wird von Erzengel Michael der Dreifaltigkeit vorgestellt, Kuppelfresko im Chor der Kirche Santi Michele e Gaetano, Florenz (Detail) Im Jahr 1679 ist eine Nachricht über mehrere nicht identifizierte Porträts der Prinzen Farnese überliefert, die Galletti in Parma ausführte und die anschließend nach Spanien gesandt wurden. Gallettis Tätigkeit als Porträtmaler ist insgesamt nur schwach dokumentiert, wird jedoch durch Quellen zu einzelnen Porträts von Mitgliedern der Familien Medici und Gonzaga di Guastalla bestätigt. Ende 1679 bzw. Anfang 1680 war er mit der Ausführung mehrerer Fresken und Gemälde für die Servitenkirche Madonna di Montenero in Livorno beschäftigt. Für diese Arbeiten griff er auch auf Vorzeichnungen seines Freundes Pietro Dandini zurück. Hervorgehoben werden insbesondere die Himmelfahrt Mariens und die umgebenden Szenen aus dem Marienleben, die sich in die weiße Stuckdekoration der Decke einfügen. Nach verschiedenen Arbeiten für die Familie Farnese in Parma und Piacenza in den Jahren 1681 und 1682 kehrte Galletti vermutlich für einige Jahre nach Florenz zurück. In diese Zeit werden die Fresken mit der Erscheinung der Madonna mit Kind vor dem heiligen Onuphrius sowie Darstellungen von Franziskanerheiligen, Gottvater, Tugenden und Engeln in der Kirche des Educatorio di Fuligno in Florenz datiert. Nach einem erneuten Aufenthalt im Heiligtum der Madonna di Montenero im Jahr 1687 sind bis 1696 keine weiteren Nachrichten über Galletti überliefert. Im Jahr 1696 ist er in Modena bei der Ausführung einer Serie von Fresken für die Theatinerkirche San Vincenzo Martire dokumentiert. Vermutlich entstand gegen Ende des 17. Jahrhunderts das Altarbild mit der Übergabe des Jesuskindes durch die Jungfrau an den heiligen Kajetan für die Kirche San Gaetano in Brescia. Dieses Werk wiederholte Galletti mehrfach in leicht variierter Form. Zum Heiligen Jahr 1700 ist er in Rom dokumentiert, wo mehrere Fresken für die Kirche San Silvestro in Capite und die dazugehörige Bibliothek entstanden. Anschließend begab er sich nach Guastalla, wo er zwei heute verlorene oder nicht identifizierte Altarbilder für die Theatinerkirche Beata Vergine di Castello malte. In einem Brief aus dem Jahr 1702 bat er Pietro Dandini erneut um Kompositionsskizzen für diese Arbeiten. Im Jahr 1703 signierte und datierte Galletti ein kleines Gemälde der Madonna mit Kind und dem heiligen Girolamo Emiliani für die Kirche San Gaggio in Florenz. • Illustration — mini In der Literatur wird Galletti als eklektischer Maler beschrieben, der emilianische, von Correggio inspirierte Motive mit der Formensprache römischer und florentinischer Werke im Stil des Pietro da Cortona verband. Diese Stilrichtung wurde ihm vor allem durch die Maler der Familie Dandini sowie durch Volterrano vermittelt. Zugleich wird ihm eine gewisse Phantasielosigkeit zugeschrieben, die sich in seinen wiederholten Bitten um Kompositionsskizzen an Vincenzo und Pietro Dandini ausdrückt.
Literatur
• Stefano Ticozzi: Dizionario dei pittori dal rinnovamento delle belle arti fino al 1800. Band I. Mailand 1818, S. 219. • Francesco Moücke: Museo Fiorentino che contiene i ritratti de' pittori. Band III. Florenz 1756, S. 275–278. • Luigi Servolini: L'arte nel santuario del Montenero. In: Liburni Civitas. Band VII, 1934, S. 38–42. • Ezio Chini: La chiesa e il convento dei Santi Michele e Gaetano a Firenze. Florenz 1984. • Sandro Bellesi: Una vita inedita di V. Dandini e appunti su F. M. G. e altri. In: Paragone. Band XXXIX, 1988, Nr. 465, S. 84–86, 92–96. • Vittorio Sgarbi: Rovigo. Le chiese. Catalogo dei beni artistici e storici. Venedig 1988, S. 219–222, 224. • Pier Paolo Mendogni: La cultura figurativa dei teatini a Parma e Piacenza. In: La pittura in Emilia Romagna. Il Seicento. Mailand 1994, S. 104, 107–112. • Sandro Bellesi: Vincenzo Dandini e la pittura a Firenze alla metà del Seicento. Ospedaletto (Pisa) 2003, S. 65 f. • Roberta Roani Villani: In: Paolo Morelli (Hrsg.): San Miniato nel Settecento. Economia, società, arte. Ospedaletto (Pisa) 2003, S. 216 f. • Uffizi. Catalogo Generale, hrsg. von Luciano Berti, Florenz 1979, S. 879, A381. • Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 6: Gémignani – Herring. Paris, 2006. • Allgemeines Künstlerlexikon Online (AKL) / Artists of the World Online, De Gruyter, 2009.
Weblinks
• Filippo Maria Galletti im Dizionario Biografico degli Italiani • Filippo Maria Galletti im Union List of Artist Names (Getty Research Institute) • Lombardia Beni Culturali
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Cited by Wikipedia
Notes from the source article
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- 1.Allgemeines Künstlerlexikon Online (AKL) / Artists of the World Online. 2009.
- 2.GALLETTI, Filippo Maria - Enciclopedia.
Citations
References
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