Zana Ramadani
Zana Ramadani (* 10. Januar 1984 in Skopje, Jugoslawien, heute Nordmazedonien) ist eine deutsche Autorin und ehemalige Aktivistin von Femen. Sie war Vorsitzende und Mitbegründerin des Vereins Femen Germany e.
Zana Ramadani
- Born
- 1984 · Skopje.
- Nationality
- Germany
- Occupation
- writer · feminist
- Fields
- feminism · criticism of Islam · activism
- Languages
- German
In this article
Leben
Zana Ramadani wuchs als ältestes Kind einer muslimischen, ethnisch albanischen Familie zunächst in Skopje in der zur SFR Jugoslawien gehörenden SR Makedonien auf. Nach ihren Worten spürte sie bereits als Kind stark, wie sie in der Großfamilie gegenüber ihren Vettern benachteiligt wurde, weshalb ihr liberal-muslimischer Vater mit seiner Familie in eine makedonische (nichtmuslimische) Nachbarschaft zog und Zana in eine makedonischsprachige Schule schickte. Als Siebeneinhalbjährige zog Ramadani mit ihrer Familie nach Deutschland, wo sie im Siegerland aufwuchs und auch ihr kleiner Bruder geboren wurde. In ihrer Familie erlebte sie Gewalt und Unterdrückung, die nach ihren Worten nicht von ihrem gebildeten Vater, sondern von ihrer konservativen Mutter ausgingen. In der örtlichen christlichen Gemeinde fühlte sie sich dagegen als Mädchen wertgeschätzt. Mit 18 Jahren floh sie vor der familiären Gewalt in ein Frauenhaus.
2009 erhielt Zana Ramadani die deutsche Staatsbürgerschaft und gab dafür die makedonische ab. Im selben Jahr heiratete sie ihren Lebenspartner, von dem sie sich 2014 nach zwölf gemeinsamen Jahren trennte. Im gleichen Jahr zog die gelernte Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte berufsbedingt von Wilnsdorf-Wilden nach Berlin.
Ramadani ist Mutter von zwei Töchtern.
Wirken
Ramadani kritisiert scharf die patriarchalen Strukturen im Islam und die Rolle der muslimischen Mütter: „Die Frauen sind die größten Unterdrücker der Töchter.“ Es gebe einen ausgesprochenen „Söhnchenkult“, „weil die Jungs zu Prinzen erzogen werden“. 2010 trat sie der CDU bei und war zeitweise Vorsitzende der Jungen Union in Wilnsdorf.
2013 war Ramadani Mitgründerin der Gruppe Femen, mit der sie im Mai desselben Jahres die Abschlussveranstaltung von „Germany’s Next Topmodel“ stürmte und mit nackten Brüsten das dort vermittelte sexistische Frauenbild anprangerte. Sie nahm außerdem an Podiumsdiskussionen des Zentralrats der Ex-Muslime teil.
Ihr Engagement bei Femen sorgte bei der CDU für Diskussionen. Im Januar 2015 verließ sie Femen. Als Grund nannte sie eine Aktion des ehemaligen Femen-Mitglieds Mercedes Reichstein, in deren Rahmen Reichstein ein Foto zu den Luftangriffen auf Dresden gepostet hatte, worauf auf ihren nackten Brüsten der Slogan „Bomber Harris, do it again“ stand. Als weiteren Grund nannte sie „Gender-Feministinnen“, die als Protest gegen die FIFA eine Deutschlandfahne auf dem Holocaust-Mahnmal verbrennen wollten.
Ihr Buch Die verschleierte Gefahr wurde 2017 im Münchener Europa Verlag veröffentlicht und erreichte die Spiegel-Bestsellerliste. Ramadani ist regelmäßige Gastautorin bei der Achse des Guten.
Inzwischen ist Ramadani eine der schärfsten Kritikerinnen der Gender Studies und der, wie sie sagt, mit ihnen verbundenen politischen Ideologie. Sie warnt vor der Einschränkung der Meinungsfreiheit und den daraus folgenden Gefahren für die Demokratie: „Mit den Pseudowissenschaften, wie Genderwissenschaften, wird unsere Gesellschaft gespalten, und wer nicht mitmacht, der wird exekutiert!“ 2023 brachte sie gemeinsam mit Peter Köpf zu diesem Thema das Buch Woke – Wie eine moralisierende Minderheit unsere Demokratie bedroht heraus.
Auf Grund ihres gesellschaftlichen Engagements, insbesondere seit Erscheinen ihres islamkritischen Bestsellers Die verschleierte Gefahr 2017, ist Zana Ramadani nach eigenen Angaben wiederholt Opfer von Einschüchterungsversuchen und Vergewaltigungs- und Morddrohungen. In einem Interview mit der Schweizer SonntagsZeitung im April 2017 äußerte sie, am heftigsten werde sie von „Gender-Feministinnen“ persönlich verbal angegriffen. Von konservativen Muslimen kämen dagegen keinerlei Kritiken, sondern allein Drohungen.
Aktionen
Ende 2012 nahm Ramadani an einer Protestaktion gegen Prostitution und Menschenhandel in Deutschland vor dem Kölner Bordell Pascha teil, im Januar 2013 an einem Protest gegen das deutsche Prostitutionsgesetz und die Sexindustrie auf der Herbertstraße in Hamburg und im April 2013 an einem Protest vor der Wilmersdorfer Moschee als Solidaritätsaktion mit Amina Tyler.
Im Mai 2013 stürmte Ramadani zusammen mit Hellen Langhorst die Finalshow von Germany’s Next Topmodel, die in der SAP Arena in Mannheim stattfand; ihr Oberkörper war mit dem Slogan „SADISTIC SHOW“ beschriftet. Sie verurteilte den von Heidi Klum repräsentierten Sexismus mit den Worten: „Klum sagt minderjährigen Mädchen, dass sie sexy sein sollen. Davon habe ich die Schnauze voll.“ Im März 2014 nahm sie an einer Protestaktion während einer Podiumsdiskussion auf der Berliner Islamwoche im Roten Rathaus teil.
Am 1. Februar 2016 positionierte sie sich in einem Interview zu den Übergriffen in der Silvesternacht 2015/2016. Sie forderte verpflichtende Sprachkurse und Kurse in Bürgerkunde für Flüchtlinge und kritisierte: „Die Angst vor dem Rassismus-Vorwurf, der selbstverständlich jedes Mal erhoben wird, überwiegt die Angst vor der zukünftigen Entwicklung.“
Schriften
• Woke – Wie eine moralisierende Minderheit unsere Demokratie bedroht. Quadriga Verlag, Köln 2023, ISBN 978-3-86995-133-1.
• Die verschleierte Gefahr. Die Macht der muslimischen Mütter und der Toleranzwahn der Deutschen. Europa Verlag, München 2017, ISBN 978-3-95890-077-6.
• Sexismus: Über Männer, Macht und Frauen. Europa Verlag, 2. März 2018, ISBN 978-3958901605.
Weblinks
• Offizielle Website
• Bettina Weber: „Muslimische Mütter erziehen ihre Söhne zu Versagern“, Interview SonntagsZeitung/Tages-Anzeiger, 9. April 2017.
• Auszüge aus Zana Ramadanis Buch Die verschleierte Gefahr. Die Macht der muslimischen Mütter und der Toleranzwahn der Deutschen. bei der Achse des Guten: Teil 1, Teil 2, Teil 3.
Licensing
Text attribution
Part of the biographical narrative on this page reuses licensed material. Its origin, revision and licence are recorded here.
The biographical narrative on this page is based on the Wikipedia article Zana Ramadani, revision 262209416 (DE edition), by its contributors. VALÉORINE has edited that text and built its own documentary record around it. The reused material is available under CC BY-SA 4.0, and this page's reuse of it is offered under the same licence. Everything else on this page — the chronology, the holdings, the evidence, the plates and the connections — is VALÉORINE's own record.
Cited by Wikipedia
Notes from the source article
These works are cited by the source article, in its own numbering. They are recorded as its citations, not as sources VALÉORINE has verified.
- 1.Zana Ramadani, in: Gesprächsrunde "Patriarchatskritische Aktivistinnen aus islamischen Gesellschaften: Was tun?“ (Redigierte Fassung). 16. Filmfest FrauenWelten, 23.–30. November 2016. Terre des Femmes, Moderation: Irene Jung.
- 2.Zana Ramadani bei Markus Lanz am 20.01.2016. Interview auf YouTube, etwa ab Minute 2:20
- 3.Bettina Weber: [https://www.tagesanzeiger.ch/muslimische-muetter-erziehen-ihre-soehne-zu-versagern-604784608282 «Muslimische Mütter erziehen ihre Söhne zu Versagern». Zana Ramadani schreibt in ihrem Bestseller «Die verschleierte Gefahr» an gegen Machos, die sie verhätschelnden Erzieherinnen und einen Westen im Integrationswahn.] SonntagsZeitung, 8. April 2017. Kopie auf: Frühere Femen-Aktivistin Zana Ramadani: „Muslimische Mütter erziehen ihre Söhne zu Versagern“. Süddeutsche Zeitung, 9. April 2017.
- 4.Joachim Karpa: . Westfalenpost, 18. Januar 2016.
- 5.Zana Ramadani berichtet über ihre schwierige Begegnung mit Joachim Gauck. Berliner Zeitung, 28. Februar 2018.
- 6.Zana Ramadani glaubt, das Problem muslimischer Männer zu kennen. Die Welt, 10. April 2017.
- 7.Junge Union Siegen-Wittgenstein
- 8.Kathrin Pohlmann: FEMEN-Frau Zana Ramadani über Nackt-Protest. Neue Osnabrücker Zeitung, 3. August 2013.
- 9.. Zentralrat der Ex-Muslime, 10. März 2013.
- 10.. Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 26. Februar 2013.
- 11.FEMEN-Zoff: Nackte wünscht Dresden neue Bombardierung
- 12.Die verschleierte Gefahr, Eintrag auf buchreport.de, abgerufen am 20. April 2017.
- 13.Beiträge von Zana Ramadani bei der Achse des Guten.
- 14.Barbara Haas: Zana Ramadani: „Eine moralisierende Minderheit zerstört mit Wokeness unsere Demokratie“. Kleine Zeitung, 12. November 2023.
- 15.FEMEN protestieren vor dem Kölner „Pascha“. Emma, 25. November 2012.
- 16.. Hamburger Morgenpost, 29. Januar 2013.
- 17.ZEITGEIST: Hände hoch!. Jan Fleischhauer und Wiebke Hollersen. 2013. 23. 2013-06-03.
- 18.. Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 1. Juni 2013.
- 19.Matern Boeselager: „Jetzt erst recht“—Femen verteidigen ihre Aktion bei der Islamwoche. VICE, 26. März 2014.
- 20.Peter Schmidt: . Deutscher Arbeitgeber Verband e.V., 1. Februar 2016.
Citations
References
Each reference names the institution holding it, so a reader may go to the document itself.
reference work
Partially resolvedreference work
Partially resolved
The Encyclopedia exists whether or not anything is for sale. Corrections are recorded rather than overwritten, and every version of this record is kept. Published 01 September 2026.
Elsewhere in Books
37,093 published records in this field, each with its sources named.
- Zakir RamievAuthor
- Zalman ShazarAuthor
- Zalman ShneurAuthor
- Zamfir ArboreAuthor
- Zandokht ShiraziAuthor
- Zane GreyAuthor
- Zang DiAuthor
- Zang KejiaAuthor
Best supported in this field
For owners
Own a work by Zana Ramadani?
A specialist will read what you send and tell you what the house can establish, what it cannot, and whether the object is suited to sale. There is no charge and no obligation. The object stays with you throughout; nothing is shipped to us unless it is arranged in writing beforehand.