Karl Julius Heinrich Revy
Illustration — Karl Julius Heinrich Revy und seine Frau Karl Julius Heinrich Revy (* 8. August 1883 in Föherczeglak; † 10. März 1949 in Goslar), auch Heinrich von Greißing, war ein österreichischer Maler, Bildhauer und Politiker. • Illustration — Keramikrelief in der Operngasse 26 in Wien • Illustration — Bau der Mainbrücke (1914) • Illustration — Portalrelief am Stadtbad in Mödling
Also recorded as Heinrich von Greißing · Heinrich Révy
Karl Julius Heinrich Revy

Buchhändler · CC BY-SA 3.0
- Born
- 1883 · Kneževo and Popovac.
- Died
- 1949 · Goslar.
- Nationality
- Austria
- Occupation
- painter · war artist · sculptor
- Fields
- portrait
- Languages
- German
In this article
Leben
Als Sohn des Oberingenieurs Karl Révy, Enkel des Germanisten Karl Julius Schröer und Bruder des Schauspielers Richard Révy geboren, studierte Revy nach dem Besuch des Gymnasiums an der Universität Wien Geschichte, Zoologie, Deutsch, Pädagogik, Naturgeschichte und Kunstgeschichte, dann Bildende Kunst an der Kunstgewerbeschule des österreichischen Museums für Kunst und Industrie in Wien. Während seines Studiums wurde er 1905 Mitglied der Wiener Burschenschaft Silesia. Von 1906 bis 1908 studierte er an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Siegmund L’Allemand, im Wintersemester 1908/09 bei Heinrich Lefler, im Wintersemester 1910/11 bei Alois Delug. Revy war von 1912 bis 1922 Mitglied der Künstlervereinigung Hagenbund, von 1924 bis 1939 Angehöriger der Wiener Secession und ab 1939 beim Wiener Künstlerhaus. Im Ersten Weltkrieg war er als Kriegsmaler in Italien und Russisch-Polen tätig. Er schuf Porträts und Landschaften in Öl, Aquarelle und Radierungen. Ab 1925 war er hauptsächlich als Bildhauer tätig. Er schuf zahlreiche Hauszeichen und Grabdenkmäler in Niederösterreich. Revy verwendete zeitweise den Namen Heinrich von Greißing, unter dem er auch in einigen kunsthistorischen Quellen geführt wird. Nach 1945 nutzte er diesen Namen zudem als Deckidentität in Deutschland. An den Kunstwettbewerben der Olympischen Sommerspiele 1928 nahm er für Österreich mit dem Bild Les Combatteurs teil. Er wurde 1929 und 1936 mit dem Julius-Reich-Preis ausgezeichnet.
Übernahme und Gleichschaltung der Wiener Kunstvereine
Revy ist am 1. August 1932 Mitglied der NSDAP (Mitgliedsnummer 1.209.215) geworden. Während der Verbotszeit der NSDAP beteiligte sich Revy an Aktivitäten zur nationalsozialistischen Einflussnahme auf das österreichische Kulturleben. Eine zentrale Funktion im Vorfeld des kulturpolitischen Umbruchs übernahm das von Hermann Stuppäck geleitete „illegale“ Landeskulturamt der NSDAP (Landesleitung Österreich), „sodaß im Augenblick der Machtergreifung binnen 24 Stunden sämtliche kulturpolitischen Positionen besetzt werden konnten“. Revy wurde 1936 aufgrund der illegalen Tätigkeit für die NSDAP verhaftet und nach wenigen Wochen in den Hausarrest entlassen. Eine Anklage wurde aufgrund des am 11. Juli 1936 zwischen dem Bundesstaat Österreich und dem Deutschen Reich geschlossenen Juliabkommen nicht erhoben. Bereits vor dem „Anschluss Österreichs“ 1938 waren mehrere nationalsozialistisch orientierte Künstler an zentralen Stellen des Kunstbetriebs vertreten. Zu ihnen gehörten Heinrich Revy, Leopold Blauensteiner, Rudolf Hermann Eisenmenger, Marcel Kammerer, Gustav Schütt und Oskar Thiede, der bereits 1932 das Hoheitszeichen der NSDAP entworfen hatte. Revy, Eisenmenger, Schütt und Thiede waren im Mödlinger Kunstverein aktiv, der in dieser Zeit als "NS-Künstlerschaft" beschrieben wird. Im August 1938 konnte Revy die Intrigen in der NSDAP um die Führung der Wiener Secession für sich als Alter Kämpfer der NSDAP entscheiden und wurde 1939 deren Präsident. Der Völkische Beobachter schreibt anlässlich einer Ausstellungseröffnung am 1. April 1939: „In einer kurzen Begrüßungsansprache wies der Leiter der der Secession Maler Heinrich Revy darauf hin, daß das Werk der vier Künstler bis in seine Wurzeln hinein deutsch sei und im deutlichen Gegensatz zur Entartung stehe.“ Vom 13. März bis zum 15. Oktober 1938 war Revy Bürgermeister und bis Kriegsende Ortsgruppenleiter der NSDAP der Gemeinde Brunn am Gebirge. Er flüchtete am 4./5. April 1945 mit einem gefälschten Pass (A.G. 813204) auf den Namen Heinrich von Greissing nach Goslar und lebte dort bis zu seinem Tod unter der falschen Identität. Revy wurde bereits 1945 zur Fahndung ausgeschrieben, es folgte 1947 (mit Erneuerungen 1957 und 1960) ein Haftbefehl wegen § 1 Kriegsverbrechergesetz (KVG) und ab 1957 § 134 f StG 1945 Strafgesetzbuch (Österreich) aufgrund einer Tat am 3. April 1945 in Brunn am Gebirge.
Mitgliedschaft im Künstlerhaus nach 1945
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden 1945 im Künstlerhaus Wien 37 Mitglieder, darunter Heinrich Revy, aus der Mitgliederliste gestrichen. Die Maßnahme wurde mit dem „Interesse des Hauses“ begründet. Am 11. Januar 1950 hat der Leitende Ausschuss des Künstlerhauses den Ausschluss von Revy mit neun weiteren NSDAP-Mitgliedern zurückgenommen. Nach Wladimir Aichelburg wollte das Künstlerhaus mit dieser Wiederaufnahme gegen die, aus der Sicht des Künstlerhauses, ungerechte Behandlung der ehemaligen NSDAP-Mitglieder durch den Gesetzgeber demonstrieren.
Werke (Auswahl)
* • Illustration — Die Fechter (Ölgemälde 1925) Akt. (Ölgemälde, 1913 auf der 38. Jahresausstellung im Künstlerhaus Wien ausgestellt) • Drei Nestlinge. (Ölgemälde, 1913 auf der 38. Jahresausstellung im Künstlerhaus Wien ausgestellt) • Bau der Marienbrücke. (1914, Ölgemälde, Historisches Museum der Stadt Wien) • Szenen aus dem Ersten Weltkrieg. (Aquarelle, Heeresgeschichtliches Museum Wien) • Die Fechter. (1925, Ölgemälde, Das Werk wurde 1931 bei der Frühjahrsausstellung des Mödlinger Kunstvereins sowie 1940 bei der ersten Kreis-Ausstellung des Kreises V jeweils in Mödling präsentiert.) • Säbelmensur. (1928, Lithographie) • Portalrelief. (1928, Stadtbad Mödling) • Beim Heurigen. (1932, Sandsteinrelief, Historisches Museum der Stadt Wien) • Saugende Hündin. (1933, Sandsteinrelief, Historisches Museum der Stadt Wien) • Gedenktafel für das Invalidenhaus. (1936, Relief, Invalidenstraße 17 in Wien) • Papageno. (1937, Keramikrelief, Operngasse 26 in Wien) • Berghirsch in den Niederen Tauern. (1939 auf der Ausstellung Berge und Menschen der Ostmark im Künstlerhaus Wien ausgestellt)
Literatur
• Revy, Karl Julius Heinrich • Helge Dvorak: Biographisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft. Band II: Künstler. Winter, Heidelberg 2018, ISBN 978-3-8253-6813-5, S. 576–577. • Wladimir Aichelburg, Paul Rachler: Künstleben - Kunstleben: 150 Jahre Künstlerhaus-Archiv. Wiener Stadt- und Landesarchiv (Magistratsabt. 8), Wien 2011. • Ingrid Holzschuh, Sabine Plakolm-Forsthuber: Auf Linie. NS-Kunstpolitik in Wien. Hrsg.: Wien Museum, Basel 2021, ISBN 978-3-0356-2426-7. • Sigrid Ofner, Otto Husinsky (Hrsg.): 100 Jahre Mödlinger Künstlerbund. Kral-Verlag, Berndorf 2025, ISBN 978-3-99103-313-4.

Stadtbad, Mödling
ThomasW01 (talk)
Operngasse Papagenohof
Thomas Ledl
Named by the record
Places
Only places the record itself states, plotted where the house gazetteer settles their coordinates. Nothing is inferred from a name or a nationality.
Kneževo and Popovac.
Birth place
Goslar.
Death place
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The biographical narrative on this page is based on the Wikipedia article Karl Julius Heinrich Revy, revision 270356789 (DE edition), by its contributors. VALÉORINE has edited that text and built its own documentary record around it. The reused material is available under CC BY-SA 4.0, and this page's reuse of it is offered under the same licence. Everything else on this page — the chronology, the holdings, the evidence, the plates and the connections — is VALÉORINE's own record. Sources and licences.
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