Walter Bockmayer
Walter „Wally“ Bockmayer (* 4. Juli 1948 in Fehrbach; † 7. Oktober 2014 in Köln) war ein deutscher Autor und Regisseur beim Film und am Theater.
Walter Bockmayer
- Born
- 1948 · Pirmasens.
- Died
- 2014 · Cologne.
- Nationality
- Germany
- Occupation
- actor · screenwriter · film producer · writer · director
- Honours
- German Film Award for Best Direction
- Languages
- German
In this article
Leben
Sein bekanntestes Werk ist die Satire Die Geierwally aus dem Jahr 1987.
Bockmayer wurde 1948 in dem Dörfchen Fehrbach geboren, das heute zu Pirmasens gehört, und wuchs dort auch auf. Er begann eine Lehre zum Großhandelskaufmann, die er jedoch abbrach, um in den USA als Kantinengehilfe zu arbeiten. 1968 ging er nach Köln, wo er sich zunächst sein Geld als Garderobier im Kölner Opernhaus verdiente. Dort lernte er auch seinen Lebensgefährten und späteren Mitregisseur Rolf Bührmann (1942–2016) kennen. 1972 gründete er die Produktionsfirma Enten-Produktion, die erstmals 1972 für den Kinofilm Carmen eingesetzt wurde. Benannt ist die Filmproduktionsfirma nach Bockmayers Watschelgang, weswegen er zuhause „aal Ent“ (alte Ente) genannt wurde. 1975 eröffnete er das Lokal Filmdose, wo er auf einer Bühne seine Inszenierungen aufführen ließ. Zwischen 1970 und 1976 drehte er 15 8-mm-Filme, darunter Sie tanzten nur einen Sommer (1971), Carmen (1972), Alkoholmädchen (1972), Salzstangengeflüster (1975) oder Salzstangengeschrei (1976). Im Film Jane bleibt Jane, der im April 1977 in Köln Premiere hatte, spielt die als „Ariel-Klementine“ bekannte Schauspielerin Johanna König eine Altersheimbewohnerin, die sich für Tarzans Witwe hält. 1978 erschien sein Film Flammende Herzen, in dem der Junggeselle Peter Huber in einem Preisausschreiben eine Reise nach New York gewinnt, in der U-Bahn eine Blondine aufliest und mit dieser zu einer Oktoberfest-Kopie zieht. Dort wird das Pärchen zum Kornblumen-Königspaar gewählt, gewinnt eine Kuh und zieht mit dieser durch Manhattan. Der Film wurde 1978 auf den Internationalen Filmfestspielen Berlin gezeigt und ebenso wie Looping – der lange Weg zum Glück, der 1981 auf dem Toronto Film Festival gezeigt wurde, mit mehreren Bundesfilmpreisen ausgezeichnet. 1984 eröffnete er in Köln das Kaiserhof-Theater, in dem er die von ihm verfassten, frivol-vulgären und auf Kölsch gesprochenen Bühnenstücke aufführte, und das Theater in der Filmdose. Bockmayer spielte in Helmer von Lützelburgs Komödie Im Himmel ist die Hölle los die Rolle der Frau Sommer, der Film hatte im Oktober 1984 Premiere. Der bekannteste Film Bockmayers ist die Satire Die Geierwally aus dem Jahr 1987, die auf Wilhelmine von Hillerns Geierwally beruht. Im Jahr 2000 wurde das Gebäude, in dem sich das Kaiserhof-Theater befand, verkauft und umgebaut. Die letzte Aufführung war Wallys wilde Sechziger (2000). Er fand mit dem Kölner Scala-Theater eine neue Heimat, wo 2003 als erstes Bühnenstück Ich möch zu Foß noh Kölle gonn aufgeführt wurde. In dem 260 Personen fassenden Theater wurden im jährlichen Turnus Bockmayers neue Bühnenstücke aufgeführt. Berühmte Opern wie Carmen (1995) oder La traviata (1998) verlegte er in das Milieu des Kölner Klapperhofs bzw. in einen Massagesalon. Zu seinem festen Ensemble gehörte ab 1994 Gigi Herr, die Nichte von Trude Herr. Bockmayer galt als Entdecker und Förderer von Hella von Sinnen, Dirk Bach, Ralph Morgenstern und Veronica Ferres. Er starb im Oktober 2014 im Alter von 66 Jahren an Lungenkrebs. Die gemeinsame Grabstätte mit seinem Lebensgefährten Rolf Bührmann befindet sich in der Kölner Grabeskirche St. Bartholomäus. Im März 2026 fand in Köln und Düsseldorf Walter Bockmayer – Dat Festiväl statt.
Werke
• Jane bleibt Jane (1977) • Flammende Herzen (1977/78) • Victor (1977) – Verfilmung der gleichnamigen Rockoper für das ZDF • Looping – Der lange Weg zum Glück (1980) • Kiez – Aufstieg und Fall eines Luden (1983) • Die Geierwally (1988) • Sissi – Beuteljahre einer Kaiserin (1989) • Cleopatra und der Fluch der Tempelhuren (1992) • Elvira – Die Samenbankmörderin von Burg Gerolstein (1994) • Carmen – Die Königin vom Klapperhof (1995) • Tarzan (1997) • La Traviata – Die Binde war ihr Schicksal (1998) • Funzbroichs ahoi (1999) • Wallys wilde Sechziger (2000) • Ich möch zu Foß noh Kölle gonn (2003) • Speck für Kölle (2005) • Quo va driss (2006) • Jebütz weed immer (2007) • Jebohnert op Kölsch (2008) • Ming Ding jebohnert (2009) • Nubbel Alaaf ju (2010) • Trude zum Dessert (2011) • Mit Winnetunt durch die Prärie (2012) • Wie fott jeblose (2013) • Aape op jöck (2014)
Literatur
• Walter Bockmayer: Flammende Herzen. Mein Leben. dtv, München, ISBN 3-423-24439-9. • C. Bernd Sucher (Hg.): Theaterlexikon. Autoren, Regisseure, Schauspieler, Dramaturgen, Bühnenbildner, Kritiker. Von Christine Dössel und Marietta Piekenbrock unter Mitwirkung von Jean-Claude Kuner und C. Bernd Sucher. 1995, 2. Auflage, Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1999, ISBN 3-423-03322-3, S. 75 f. • Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 1: A – C. Erik Aaes – Jack Carson. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 435.
Weblinks
* • scala-koeln.de Scala-Theater Köln *
Named by the record
Places
Only places the record itself states, plotted where the house gazetteer settles their coordinates. Nothing is inferred from a name or a nationality.
Pirmasens.
Birth place
Cologne.
Death place
Licensing
Text attribution
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Citations
References
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