Marianne Kirchgessner
Illustration — Kirchgessner’s Concert in Vienna (Mozart’s K. 617) Marianne Kirchgeßner (* 5. Juni 1769 in Bruchsal; † 9. Dezember 1808 in Schaffhausen) war die erfolgreichste und bedeutendste Glasharmonikavirtuosin ihrer Zeit und Pianistin.
Also recorded as Marianne Antonia Kirchgessner
Marianne Kirchgessner

Franklin-Harmonica · CC BY-SA 3.0
- Born
- 1769 · Bruchsal.
- Died
- 1808 · Schaffhausen.
- Nationality
- Germany
- Occupation
- glass harmonica player · musician
- Fields
- music · piano performance · glass harmonica
- Languages
- German
In this article
Leben
Marianne Kirchgeßner erblindete im Alter von vier Jahren als Folge der Blattern. Mit elf Jahren kam sie zu dem Karlsruher Kapellmeister Joseph Aloys Schmittbaur, der sich um ihre musikalische Ausbildung bemühte. Bereits Anfang 1791 startete sie eine Konzertreise, die mehrere Jahre dauerte. Sie kam nach Linz und Wien und machte die Bekanntschaft mit Wolfgang Amadeus Mozart, der für sie das Quintett für Glasharmonika, Flöte, Oboe, Viola und Violoncello KV 617 und das Adagio KV 356/617a für Glasharmonika solo komponierte. Kirchgeßners väterlicher Vertrauter und Impresario war der renommierte Musikverleger sowie „hochfürstlich brandenburg-onolzbacher Expeditionsrat“ Heinrich Philipp Carl Boßler. Des Weiteren besuchte sie während der Tournee 1792 Prag, Dresden, Leipzig, Berlin, Hamburg und Magdeburg. Zweieinhalb Jahre wohnte sie von 1794 bis 1796 in London und unternahm danach weitere Konzertreisen zwischen 1796 und 1800 nach Hamburg, Kopenhagen, Danzig, Königsberg, Riga und Petersburg. 1800 ließ sie sich in Gohlis bei Leipzig nieder. Sie setzte ihre Tourneen fort und gab Konzerte in Hannover und Frankfurt am Main (1801), Stuttgart, Leipzig, Berlin, Wien und Prag (1802–1808), sowie Karlsbad, wo sie im Sommer 1808 Johann Wolfgang von Goethe begegnete. Sie starb während einer Konzertreise, von Stuttgart aus kommend, nach einem Unfall mit der Postkutsche in Schaffhausen.
Zitate
• Illustration — Kirchgessner's Concert in Vienna (1806) Bruno Hoffmann schreibt in Ein Leben Für die Glasharfe: • „Joseph Anton Reichsherr von Beroldingen, Domkapitular von Speyer, ermöglichte der Zehnjährigen eine Ausbildung auf der Glasharmonika bei Kapellmeister Schmittbaur in Karlsruhe und ließ ihr von demselben für 100 Dukaten eine Glasharmonika bauen.... Mozart hatte die Glasharmonika schon durch Marianne Davies kennengelernt; doch erst für Marianne Kirchgeßner komponierte er am 23. Mai 1791 sein berühmtes Quintett für Glasharmonika.... Bereits am 19. August 1791 erfolgte durch sie die erste Aufführung des Werkes im Kärntnertortheater in Wien, wobei Mozart höchstpersönlich, wahrscheinlich an der Viola mitwirkte.“[...] • „Gerade in London, das damals Refugium vieler europäischer Künstler vor den napoleonischen Kriegswirren war, regte sie namhafte Komponisten zu Werken für ihr Instrument an. Da sie als Blinde eine aussergewöhnliche Auffassungsgabe besaß und ihr wohl viele neue Werke nur auf dem Klavier mitgeteilt wurden, dürfte auf diese Weise manchens Originalwerk für immer verloren sein.... Ihre ‚letzte‘ Konzertreise, wie sie selbst sagte, unternahm sie 1808 in die ‚romantische Schweiz‘. Nach Konzerten in Stuttgart, wo sie Antonin Reichas SOLO POUR HARMONICA AVEC ACCOMPAGNEMENT DE L'ORCHESTRE spielte, und in Tübingen, wo der als Zugabe gespielte Bach-Choral ‚Was Gott tut, das ist wohlgetan‘ ihr letztes Spiel auf der Glasharmonika sein sollte, zog sie sich bei einem Postkutschenunfall in einem Hohlweg bei unwirschem Novemberwetter ein Brustfieber zu, an dem sie... wenige Tage vor dem mit dem Musikkollegium geplanten Konzert, 39jährig erlag“.[...] • „Doch nichts von dieser großen Künstlerin ist auf unsere Tage gekommen, keine bildliche Darstellung, keine Biographie, die ihr ständiger Begleiter, Rath Boßler aus Speyer, nach ihrem Tode versprochen hatte, keine Glasharmonika, kein Notenmaterial - nur eine ergreifend schöne, blonde Locke, die die Stadtbibliothek Schaffhausen in G. Müllers Nachlaß verwahrt.“
Sachliteratur
* • Hermann Josef Ullrich: Die blinde Glasharmonikavirtuosin Marianne Kirchgeßner und Wien. Eine Künstlerin der empfindsamen Zeit. Verlag Hans Schneider, Tutzing 1971. • Bruno Hoffmann: Ein Leben für die Glasharfe. Niederland-Verlag, Backnang 1983, ISBN 3-923947-06-2. • Harald Strebel: Mozarts blinde Glasharmonikaspielerin Marianne Kirchgessner und das jähe Ende ihrer geplanten Schweizerreise in Schaffhausen: Miszellen zu einer Lebensgemeinschaft mit Heinrich Philipp Bossler. In: In signo Wolfgang Amadé Mozart, Mitteilungen der MGZ, 19. Jg., Nr. 32, März 2009, S. 31–68.
Belletristik
• Ludwig Bäte: Marianne Kirchgeßner. Eine Geschichte aus dem Leben Mozarts. In: Deutsche Rundschau 1932, Nr. 255 (6 November). Volltext
Weblinks
• Melanie Unseld: Marianne Kirchgessner. In: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 6. März 2018 • Anja Herold: „Kirchgessner, Kirchgäßner, Kirchgeßner, Marianne, Mariane, Marianna,Maria Anna (Antonia)“. In: Europäische Instrumentalistinnen des 18. und 19. Jahrhunderts. 2008. Online-Lexikon des Sophie Drinker Instituts, hrsg. von Freia Hoffmann • Jörg Holzmann: Kirchgessner, Marianne. In: Leipziger Frauenporträts, Webseite der Stadt Leipzig, 2019. • Frauengeschichte Homepage „Frauengeschichte Bruchsal“ mit Übersicht zu Tafeln berühmter Frauen in Bruchsal (Stadtrundgang)

Kirchgessner's Concert 2
Franklin-Harmonica
Named by the record
Places
Only places the record itself states, plotted where the house gazetteer settles their coordinates. Nothing is inferred from a name or a nationality.
Bruchsal.
Birth place
Schaffhausen.
Death place
Licensing
Text attribution
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The biographical narrative on this page is based on the Wikipedia article Marianne Kirchgeßner, revision 267944534 (DE edition), by its contributors. VALÉORINE has edited that text and built its own documentary record around it. The reused material is available under CC BY-SA 4.0, and this page's reuse of it is offered under the same licence. Everything else on this page — the chronology, the holdings, the evidence, the plates and the connections — is VALÉORINE's own record. Sources and licences.
Cited by Wikipedia
Notes from the source article
These works are cited by the source article, in its own numbering. They are recorded as its citations, not as sources VALÉORINE has verified.
- 1.Peter Schleuning. Der Bürger erhebt sich – Geschichte der deutschen Musik im 18. Jahrhundert. 2000. 3-476-01797-4.
Citations
References
Each reference names the institution holding it, so a reader may go to the document itself.
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